Wenn die Enkel weit weg wohnen: Nähe halten, ohne zu drängen
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Früher wohnte man oft ein paar Straßen voneinander entfernt. Heute liegen zwischen Großeltern und Enkeln nicht selten hunderte Kilometer. Ausbildung, Studium, Arbeit – das Leben der Jüngeren ist schnell und voll. Und man selbst möchte nicht diejenige oder derjenige sein, die ständig nachfragt.
Viele Großeltern kennen dieses Gefühl zwischen Nähe wünschen und nicht stören wollen. Der Schweizer Altersforscher François Höpflinger hat es einmal gut zusammengefasst: Eltern wünschen sich von Großeltern „Engagement ohne Einmischung". Das gilt auch für Enkel. Sie freuen sich über Zuwendung – am meisten über die, die nichts verlangt.
Sieben Ideen für Nähe über die Entfernung
1. Kleine Nachrichten statt großer Erwartungen. Ein Foto vom Garten, ein Satz über den Tag. Ohne Frage am Ende, ohne „Melde dich mal". So wird jede Antwort zu einem Geschenk und nicht zu einer Pflicht.
2. Etwas Gemeinsames haben, über das man reden kann. Ein Buch, das beide lesen. Eine Serie, eine Fußballmannschaft, ein Rezept, das man beide ausprobiert. Wer ein gemeinsames Thema hat, braucht keinen Anlass zum Schreiben.
3. Post, die bleibt. Eine Karte, ein Zeitungsausschnitt, ein getrocknetes Blatt aus dem Garten. Junge Menschen bekommen kaum noch Briefe – gerade deshalb bleiben sie in Erinnerung.
4. Fragen stellen, die Freude machen. Nicht „Wann kommst du mal wieder?", sondern „Was war diese Woche das Schönste?". Die eine Frage erzeugt ein schlechtes Gewissen, die andere ein Gespräch.
5. Die eigene Welt teilen. Enkel sind neugieriger auf das Leben ihrer Großeltern, als man denkt. Wie war es früher? Was machen Sie heute gern? Erzählen Sie davon, auch ungefragt.
6. Einen festen, leichten Moment vereinbaren. Zum Beispiel ein kurzer Videoanruf jeden zweiten Sonntag. Wenn einmal etwas dazwischenkommt, ist es kein Drama – der nächste Termin steht ja schon.
7. Etwas gemeinsam pflegen. Manche Familien teilen sich eine kleine Aufgabe über die Entfernung: ein Fotoalbum, das beide ergänzen, oder eine Pflanze, die beide gießen – etwa mit einer App wie Florentacia, die Bescheid gibt, wenn der andere gegossen hat. So weiß man voneinander, ohne dass jemand anrufen muss.
Das Warten gehört manchmal dazu
Es wird Wochen geben, in denen wenig zurückkommt. Das liegt fast nie daran, dass man vergessen ist. Oft ist das Leben der Jüngeren gerade einfach sehr laut. Die kleinen Nachrichten, die man in dieser Zeit schickt, kommen trotzdem an – und werden oft gerade dann gelesen, wenn man es am wenigsten erwartet.
Fernanda würde sagen: „Ich warte nicht. Ich steh nur hier."